Singt dem Herrn und teil mit den Kaingang

Waldgottesdienst am Flurkreuz bei Stifterslohe - Ein schöner Gottesdienst im Freien, wie jedes Jahr Ende Juni, mit Besuchern aus den Rosenberger, Illschwanger und Sulzbacher Gemeinden, und doch etwas Besonderes mit einem hochinteressanten Gastprediger, dem brasilianischen Pfarrer Milton Jandrey, jetzt in der evangelisch-lutherischen Gemeinde Schwandorf tätig und daneben auch noch Dekanatsmissionspfarrer.

Das Sonntagsevangelium vom Fischzug des Petrus, Lukas 5,1-11, will Mut machen zu glauben, dass Gott seiner Kirche Wachstum und Gedeihen schenkt, allen widersprechenden Erfahrungen zum Trotz. Doch fehlt es nicht oft genug schon an der Erfahrung von Gottes Güte, etwa wenn Menschen hungern, in Brasilien oder auch hier. Nie hätte er sich gedacht, dass eine seiner ersten Tätigkeiten in Deutschland die Einweihung der Schwandorfer Tafel sein würde - damit Menschen hier zu essen haben!

Jesus nimmt solche Not ernst, wie etwa die in allen Evangelien berichtete Geschichte von der Speisung der 3000 bis 5000 Menschen zeigt. „Setzt euch hin und teilt aus!", sagte Jesus - und sowohl im Vertrauen darauf, dass mehr da ist, als erste vorsichtige Kalkulationen ergeben haben, wie im Vertrauen auf Gottes Hilfe werden alle satt, ja, es bleibt noch etliches übrig!

Anders kann auch die Beziehung zur Arbeit des Indianermissionsrates der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien nicht beschreiben und nicht gestaltet werden: Sammlungen hier und Engagement dort, gezielte Hilfe für Kinder und deren Familien, etwa für die vier Waisenkinder des Lehrers und Evangelisten Natalino, kann nur gelingen, wenn wir Gott zutrauen, Menschen Lebensmut und die Bereitschaft zu teilen zu schenken - und wenn Menschen dort wie hier dies das auch umsetzen und tun! Da hat es doch in den 35 Jahren der Partnerbeziehung immer wieder schwierige Wegstrecken gegeben, und „es" ist weitergegangen - nein, es hat Menschen, Christen gegeben, die es wagten, gegen alle nur menschliche Erfahrung „die Netze auszuwerfen" - und sie wurden voll, „Brot und Fisch auszuteilen" -und Menschen wurden satt. - Da konnten Fürbitten für die Arbeit in Brasilien und auch bei uns und die Kollekte für die Arbeit in Guarita unter den Kaingang-„Indianern" nur die ganz praktische Aufnahme solcher Worte des Evangeliums und der Predigt sein - und das brasilianische Lied der Gitarrengruppe aus Poppenricht unter Leitung von Günter Vogl „Cantai ao senor", „Singt Gott neue Lieder" schlug auch musikalisch die Brücke zum fernen und doch so nahen Nächsten.                                            Text: Pfarrer Dr. Gierth